Alexis Gorodine
Die Kraft der Bilder Alexis Gorordines liegt in der meisterhaften Verknüpfung von Disparatem. Seine Bilder strahlen archaische Ruhe aus; in ihnen ist die ursprüngliche Kraft des Lebens festgehalten. Der Betrachter ist dazu eingeladen, diese Kraft freizusetzen und für sich zu gewinnen.

Echsen, Muscheln, Schnecken und Molusken - in der Bilderwelt von Alexis Gorodine stoßen wir auf Lebewesen, die (quasi abseits der Evolution) seit Urzeiten scheinbar auf ihrer Entwicklungsstufe verharren. Ganz entsprechend sind diese Kreaturen auch in den Bildern in einem seltsamen Schwebezustand, ein Moment kurz vor der Versteinerung. Fast wie Fossilien, Spuren früher Lebensformen, wirken die zeichenhaft reduzierten Gestalten auf dem mineralischen Malgrund. Dass gerade hier eine besondere
Vorliebe Gorordines liegt, hat seine Ursache in der Unvergänglichkeit dieser ursprünglichen Lebensformen.

Gleichzeitig wiren seine Bilder hochmodern, denn in der Kombination aus Altem und Neuem, aus Figürlichem und Abstraktem steckt eine erfrischende Neuheit: Die Bilder muten seltsam bekannt an; sie berühren einen vorbewussten Zustand unseres Bewusstseins. Andererseits sind die Kreaturen aber oft so inszeniert, als ob sie unserer Maschinenwelt entstammten. Hinzu kommt, dass die Bilder mit ihren porösen und abrisshaft gestalteten Oberflächen an die französischen Decollagisten und an großstädtische Wandgraffities erinnern - also an jüngere Kunstphänomene.
Biografisches

1944

geboren in Malicorn, Frankreich

1970
Atelier d'urbanisme
Fort de France Martinique

1972
Radieratelier Louis Calevaert-Brun in Paris

1974 - 1975
Atelier Sauve-qui-peut, Paris

1977 - 1982
Reisen in Afrika, Süd- und Nordamerika

1982 - 1991
lebt und arbeitet in Brooklyn, New York

seit 1992
lebt und arbeitet in Paris

seit 1995
nationale und internationale Ausstellungen