Paul Wunderlich
Paul Wunderlich gilt als einer der letzten großen Universalkünstler seiner Generation. Er ist Bildhauer, Maler, Graphiker und Objektkünstler. Seine Arbeiten gehören zu den markantesten und großartigsten der neueren deutschen Kunstgeschichte. Wunderlichs Werk ist opulent und von übergroßer Vielfalt - mal zurückgenommen und sanft, dann wieder voll von strotzender Energie und Farbfülle. 1955 kommt Wunderlich mit Emil Nolde und Oskar Kokoschka in Kontakt, arbeitet für sie als Drucker und widmet sich selbst der Litographie. Zu dieser Zeit verschreibt er sich noch einer eher realistischen Darstellungsweise in seiner Kunst. Dies ändert sich jedoch in den 60er Jahren. Er malt Körper mit ungleichen Proportionen oder zeichnet Figuren, die vor einem leeren Bildhintergrund ihre Gliedmaßen verloren zu haben scheinen. In den Jahren darauf verändert sich sein künstlerischer Stil erneut, er wird stark von den Surrealisten um Salvador Dalí inspiriert. Seine Darstellungen werden sanfter, traumhafter. Auch ist er nun nicht mehr nur Maler und Zeichner, sondern beginnt mit der Schaffung von Bronzen und
Skulpturen als dreidimensionale Abbilder seiner Malerei. Es sind oft Tiere und Menschen, die er kreiert. Die Körper wirken nicht mehr nur disproportional und verstörend, sondern sind schön - reduziert auf die Ästhetik ihrer ursprünglichen Form, fließend, organisch und weich. Paul Wunderlich gilt als einer der bedeutendsten Künstler des europäischen Neosurrealismus. Doch trotz dieser hohen Weihen und zahlreichen internationalen Auszeichnungen und Preisen ist Wunderlichs Werk in Deutschland eher wenig bekannt. Angesichts der Fülle und Zugänglichkeit seiner Arbeiten ist dies einigermaßen unverständlich. Anders sieht es da im Ausland aus. Wunderlichs Werk wird seit Jahrzehnten in aller Welt ausgestellt. Besonders in Japan wird er verehrt. 1994 und '95 veranstalteten Museen in Tokyo, Osaka und Hokkaido große Retrospekiven seiner Arbeiten und er erhielt den „Japan Cultural Forum Award“.