Biographie

1940
in Zwittau geboren
1960 – 1962
Kunstgeschichte-Studium in München
1962
Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Prof. Andersen
1963 – 1967
Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Hartmann
1967
School of the Art Institute of Chicago bei Prof. Ruprecht
1969
Abschluss an der Akademie der Bildenden Künste in München Menschen der Großstadt, ihre Einsamkeit und Isolation, das ist das Thema des 1940 in Zwittau (Tschechei) geborenen Künstlers, der in Wien und in München an den Kunstakademien studiert hat und durch ein Stipendium in die USA kam. Dort, in seinem Wohnsitz Chicago und durch die Betrachtung von Edward Hoppers Großstadtbildern im Original entdeckte er die Thematik, die er „schon geahnt“ hatte und die ihn bis heute bewegt. Mit filmisch genauem Blick beobachtet Brosi Ambros seine Umgebung, hält „Momentaufnahmen“ wie in einem Spot fest .
Erschreckend krass, doch nie zynisch oder degradierend erscheinen dann seine illusionslos realistischen Darstellungen der Großstadtexistenzen, oft von Menschen, die aus dem sozialen Netz gefallen sind: Obdachlose, Kneipenbesucher auf der Suche nach Nähe, und doch unfähig, sich dem Nachbarn mitzuteilen, Paare, deren Blicke aneinander vorbeigehen, beziehungsloses Nebeneinander. Sie erscheinen zumeist in kühlen Grau-Blautönen der „Stunde des Wolfs“ bei fahler nächtlicher Szenerie. Schroffe Licht-Schatten-Kontraste betonen die Augenblicksmomente der Einsamkeit, und manchmal schrecken karmesinrote Flecken den Betrachter auf. Dabei verwendet Brosi Ambros, dessen große Vorbilder in der Malerei der „comédie humaine“ Daumier und Toulouse-Lautrec sind, für seine Bilder zumeist Öl auf Hartfaserplatte.
Die existenzielle Einsamkeit – ein Thema in der modernen Literatur wie in der bildenden Kunst - sieht der Künstler als Zeitkrankheit, verborgener in scheinbar intakten Familien, elementar sichtbar in der Öffentlichkeit. „Wenn man mit den Menschen ins Gespräch kommt, steckt meist ein ziemlich tragisches Schicksal dahinter“, meint Brosi Ambros, der jedoch „keine Geschichten erzählen“ möchte. Die Geschichte muß im Betrachter selbst entstehen.
   
© Volker Kühn
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